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Friday, February 7, 2014

Der Märchenstil - German


     Der Märchenstil 
von Walter Pall
übersetzt von Gerog Maurer  

Als im Sommer 2013 die internationale Bonsai Akademie bei Sebastijan Sandev stattfand, bemerkten Sebastijan und ich, dass unsere Ideen über die Gestaltung einiger Bäume so weit vom Standard-Bonsai entfernt waren, dass wir es besser als etwas anderes benennen.

Wie das alles entstanden ist:

"Sarah und John verließen am Nachmittag ihr Zuhause, weil ihre Mutter ihnen gesagt hatte, sie könne sie nicht mehr versorgen und würde sie deshalb an reiche Bauern verkaufen, welche sie wie Sklaven halten würden. Also liefen die Kinder Hand in Hand in Richtung des Waldes. Sie liefen tiefer und tiefer in den Wald hinein und wurden ziemlich verängstigt. Es wurde dunkel und der Wald machte es sogar noch dunkler. Die Kinder fühlten sich schutzlos gegenüber all den wilden Tieren und Geistern und den Bösen. Sie wurden sehr müde und schließlich sahen sie in der Ferne einen riesigen Baum. Sie waren eingeschüchtert von der Größe, dem gewaltigen Stamm und den Ästen die so dick waren wie andere Bäume und sich in alle Richtungen bewegten wie ein Oktopus. Sie trauten sich fast nicht näher ranzugehen. Da sie keine Wahl hatten, kamen sie endlich an dem Baum an, welcher sogar noch gewaltiger war, als er zuvor wirkte. Sie krochen über die enormen Wurzeln und fanden einen Spalt im Stamm, der groß genug war, um sie beide zu beherbergen. Dort fühlten sie sich sicher und schliefen ein. Dann, um Mitternacht, wachten sie auf, weil der Baum in einer tiefen, sanften Stimme zu ihnen sprach und sie bat rauszukriechen. Er wollte ihnen den Wald zeigen und sie all den Tieren und den anderen Bäumen vorstellen. Daraufhin wussten Sarah und John, dass sie an einem sicheren Ort sind und liebten den Baum. Von diesem Moment an bedeuteten Bäume etwas ganz besonderes für sie."



 
Das ist der Baum, den wir zu erschaffen versuchen. Er hat nicht viel damit zu tun, was Bonsai normalerweise ist, außer, dass er sich in Behältern, meistens nicht einmal in Schalen, befindet. Er ist gewaltig, gespenstisch, grotesk und erscheint monströs, obwohl er gleichzeitig sehr warm und freundlich ist, ein Baum so hässlich, dass er wieder schön ist. Er weiß nicht, dass er hässlich ist und es ist ihm auch egal. Viel wichtiger ist Freundschaft und Zuflucht. Es ist ein großzügiger Baum mit einem sehr weichen Kern in einer sehr harten Schale.
 

Wie macht man sich nun daran, einen Baum im Märchenstil zu gestalten? Am allerwichtigsten ist das Material. Im Allgemeinen macht es keinen Sinn, jede Form und jeden Stil den man sich gerade zur Gestaltung vorgenommen hat jedem beliebigen Material aufzuzwingen. Der Baum wird einem erzählen was er werden will. Was man als Bonsai-Material bekommt ist allgemein nicht geeignet für diese Art von Stil, es ist eher geeignet um einen Standard-Bonsai zu gestalten. Aber das "unmögliche" Material, der monströse, gesammelte Baum der so viele Optionen hat, aber keine wirklich gute, der letzte Hund, sie alle können gutes Material für den Märchenstil sein. Der große Vorteil dieses Stils ist, dass ansonsten wertloses Material für besondere Resultate genutzt werden kann. Das ist aber nicht der wahre Grund um in diesem Stil zu arbeiten. Einige werde das jedoch behaupten, aber wir sollten sie ignorieren. Sie würden es sowieso nicht verstehen. Es muss etwas in diesem chaotischen Baum sein das man sieht, was Sinn ergibt. Jedoch Sinn auf eine Märchenstil-Weise und nicht auf eine Bonsai-Weise. Es kann ein monströses Nebari sein, oder sehr merkwürdig wachsende Äste, oder große Wunden die unheimliche Höhlen sein könnten.
 

Hier einige Bonsai im Märchenstil:

 
Was ist der Unterschied zwischen dem Märchenstil und dem Naturalistischen Stil? Betrachten wir zuerst, was sie gemeinsam haben. Beide sind sehr kontrovers. Das ist immer gegeben, sobald etwas das Bonsai-Establishment bedroht. Beide bestehen bereits seit einer langen Zeit, wenn auch ziemlich unbemerkt. Die Chinesen betreiben den Naturalistischen Stil und den Märchenstil schon seit einer langen Zeit. Beide scheinen einfach zu sein, sind aber schwieriger zu meistern als der sogenannte klassische Bonsai im Neoklassischen Bonsai Stil. Beide streben danach, einen Baum zu erschaffen und unter keinen Umständen einen typischen Bonsai. Beide wollen dem Baum eine Seele geben, damit er sprechen kann. Jetzt die Unterschiede. Während im Naturalistischen Stil jemand normalerweise versucht etwas Schönes zu erschaffen, ist das nicht das Ziel beim Märchenstil. Dort versucht man etwas eindrucksvolles, einzigartiges und dominantes auf eine freundliche Art zu gestalten.
 
Dies befindet sich alles noch in den Kinderschuhen und es wird noch viel mehr Beispiele geben. Dies soll nur die Diskussion ins Rollen bringen. 
 
Hier noch weitere Bilder von Bäumen in der Nature, die als Vorbilder dienen könnten.

Sunday, February 2, 2014

The Fairy Tale Bonsai Style


The Fairy Tale Bonsai Style (FTS)
by Walter Pall
www.walter-pall.de

When the International Bonsai Academy was at Sebastijan Sandev's place in summer of 2o13 Sebastijan and I noticed that our ideas about styling some trees were so far away from standard bonsai that we better call it something else.

This is how this all came abut:

"And Sarah and John left their home in the afternoon because their mother had told them that she could not feed them anymore and would sell them to the rich farmers who would keep them like slaves. So the children walked away into the woods holding their hands. They went deeper and deeper into the forest and became quite afraid. It was getting dark and the forest made it even darker. The children felt without protection against all the wild animals and the ghosts and the evil ones. They became very tired and finally saw this enormous tree from far away. They were scared of the size, the mighty trunk and the branches which were so thick like other trees and moved into all directions like an octopus. They almost did not dare to get closer. But since they had no choice they finally arrived at the tree, which was even mightier than it had looked before. And they crawled over the enormous roots and found this crevice in the trunk which was large enough for both of them to enter. There they felt safe and fell asleep. Then at midnight they woke up because the tree spoke in a deep, gentle voice to them and asked them to crawl out. He wanted to show them the forest and introduce them to all the animals and to the other trees. And Sarah and Joe knew they were in a save place and loved the tree. From then on trees meant something very special to them."


This is the trees that we try to create. It has not much to do with what bonsai normally is other than that it is in a container, often not even in a pot. It is mighty, spooky, grotesque, appearing monstrous but being very warm and friendly, a tree that it so ugly that it is beautiful again. He does not know that he is ugly, and he does not care. Much more important is friendship and shelter for many. It is a giving tree, a very soft core in a very hard shell.



How does one go about creating tree in the FTS? First the material is most important. It does not make sense in general to force whatever form and style one is determined to create onto any piece of material. The tree will tell you what it wants to become. What one gets as bonsai material in general is not suitable for this kind of style, it usually is suitable to become a standard bonsai. But the 'impossible' material, the monstrous collected tree which has so many options but not a single 'good' one, the last dog, they can well be good material for the FTS. One of the great advantages of this style actually is that otherwise worthless material can be used for great results. But this is not the real reason to work in this style. Some will spread the word though that it is and we should ignore them. They won't get it, anyway. There must be something in this chaotic tree that you see which makes some sense. But sense in a fairy tale way and not in a bonsai way. It can be a monstrous nebari, or very strangely growing branches, or huge wounds which could be spooky hollows.



Here some bonsai in the FTS:



What's the difference between the FTS and the naturalistic Style? First let's see what they have in common. Both are controversial. This is a given if something threatens the bonsai establishment. Both are here since a long time already, but hardly noticed. The Chinese have done naturalistic and fairy tale trees since a very long time. Both seem to be easy, but are more difficult to do well than a so called classical bonsai in the neoclassical bonsai style. Both are striving to create a tree and absolutely not a typical bonsai. Both want to give the tree a soul so that it can speak.
Now the differences. While in the naturalistic style one usually tries to create something beautiful this is not the object in the FTS. There one tries to create something, impressive, unique, dominating in a nice way.

This all is in the very beginning and there will be many more examples. This is only to start the discussions.

Here some more images of trees in nature that could be the model for us: